Ein Baby wollt ihr (mit jemandem) oder wollt ihr keins. Vergesst die Ausreden!

Jeder, der anfängt, sich über die Umstände zu beklagen – ob Wohnsituation oder Finanzen – soll einfach mal daran denken, wie es war, Kinder großzuziehen – also wie es war, uns großzuziehen, in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Wir haben in diesen Jahren auf vieles verzichten müssen – aber ist es nicht schön, sich diese Wünsche jetzt selbst zu erfüllen?

Auch heute kann man jammern – oder man nimmt das Leben in die eigenen Hände und bemüht sich darum, bessere Bedingungen für sich und seine Kinder zu schaffen.

Obwohl wir Studierende in einem fremden Land sind, ohne Anspruch auf Kinder- oder Elterngeld (was in Deutschland etwa 350 Euro monatlich im ersten Jahr und danach 200 Euro beträgt), ohne wohlhabende Eltern, die uns finanziell unterstützen könnten, und mit sehr bescheidenen Stipendien (selbst für deutsche Verhältnisse) – haben wir uns entschieden, nicht über fehlendem Komfort und Wohlstand zu klagen, über fehlende Zeit für Prüfungen oder Seminararbeiten. Stattdessen haben wir beschlossen, ein neues Wesen auf die Welt zu bringen, das uns zusätzliche Motivation geben wird, Zeit zu schaffen und Bedingungen zu schaffen.

„Ich gebe dir einen genialen Rat: Tu etwas!“

Die Zeit der Schwangerschaft war für uns eine wunderschöne und entspannte Phase, die wir wirklich in vollen Zügen genossen haben. Jetzt ist es nicht weniger schön – aber immer wenn wir uns an diese Spaziergänge, die Planungen, Arzttermine und Ultraschalluntersuchungen erinnern, wird mir ganz warm ums Herz.

Wenn man ein Baby will und liebt, gibt es keinen Stress, keine Übelkeit, kein Aufbegehren. Ich sage nicht, dass es für alle Schwangeren leicht ist – aber mit ein bisschen Positivität und Liebe lässt sich unglaublich viel erleichtern.

Mimi haben zwar manche Gerüche gestört, also habe ich es vermieden, bestimmte Gerichte zu essen – aber hey: wir waren schwanger, nicht nur sie! Die Schwangerschaft war etwas, das uns beide anging, also habe ich nicht gejammert, dass mir würziges Fleisch fehlt, sondern mich auf die beiden eingestellt, die zu meiner größten Priorität geworden waren.

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Wir waren schwanger – nicht nur sie

Menschen haben oft gestutzt, wenn wir sagten: „Wir sind schwanger“ – aber diese Art von Verbundenheit können wohl jene nicht verstehen, die sie nie erlebt haben. Ich wünsche ihnen von Herzen, dass sie sie so bald wie möglich erleben! Ich muss nur betonen, dass dieses „wir sind schwanger“ nicht einfach so dahingesagt war, sondern dass es vor allem gelebt wurde. Gemeinsam sind wir jeden Tag spazieren gegangen, gemeinsam waren wir bei jedem Arzttermin, gemeinsam haben wir jeden Ultraschall miterlebt, gemeinsam haben wir über alles entschieden, was das Baby betraf – und natürlich betraf damals (wie auch heute) alles unser Baby.

Ich bin mir bewusst, dass nicht alle Väter so privilegiert waren wie ich und dass sie berufsbedingt das eine oder andere verpassen müssen – aber wir können uns zumindest so sehr bemühen, wie es in unserer Kraft steht, so präsent wie möglich zu sein! Wir unterschätzen, wie viel das unseren Frauen bedeutet und wie gut es ihnen tut! Unterschätzt eure Bedeutung nicht, liebe werdenden oder frischgebackenen Väter!

Dabei sein ist alles

Und unsere Anwesenheit ist am Ende doch am wichtigsten und bedeutsamsten. Dann, wenn die ersten Wehen einsetzen, wenn wir mit unseren Frauen ins Krankenhaus fahren und den Kreißsaal betreten. Ja, genau! Im Kreißsaal sind wir am meisten gebraucht – aber dazu mehr im nächsten Text!

S-Tata